Pfarre Klein-Engersdorf

 

Pfarre Klein-Engersdorf
Kirchplatz 1
2202 Enzersfeld
 

Einweihung des Klein-Engersdorfers Kirchenweges
"VIA SACRA"
Schöpfungssymbolik am Nationalfeiertag 2011

Anlässlich der Neugestaltung des Kirchenwegs vom Ort Klein-Engersdorf zur Kirche St. Veit schrieb die Gemeinde Bisamberg Anfang 2011 einen Ideenwettbewerb aus. Die Pfarre St. Veit nahm diese Einladung gerne an und schlug vor, dem Weg einen geistlichen Akzent zu geben. Der Kirchenweg nimmt als VIA SACRA (Heiliger Weg) den Gedanken der Schöpfung auf, dass unsere Welt nicht ein zufälliges Produkt ist, sondern Gottes Schöpfung bezeugt.

Am Nationalfeiertag, dem 26.10.2011, weihte Pfarrer KR P. Andreas Steinhauer OSB auf Einladung der Abgeordneten zum Nationalrat und Bürgermeisterin von Bisamberg Dorothea Schittenhelm den neuen Kirchenweg ein.

Die Feier begann um 9.30 beim Kreuz bei den 3 Linden - eine dritte Linde wurde kürzlich gepflanzt. Dies ist die 1. Station des Kirchenweges: eine Lichtsäule, welche die Erschaffung des Lichtes symbolisiert. Der Platz bei den drei Linden hat seit Jahrhunderten eine wichtige Bedeutung für die umliegenden Dörfer, weil die Bewohner auf dem Weg zur Kirche dort zusammengekommen sind. 

Die 2. Station stellt die Bedeutung des Wassers vor, der von Gott geschaffenen Grundlage allen Lebens.

In der 3. Station spiegeln sich die Gestirne - Sonne, Mond und Sterne - und erinnern an den zyklischen Lauf irdischen Lebens in den Jahreszeiten, die von Gott geschaffene Ordnung des natürlichen Lebens.

Das Ziel des Kirchenweges ist die Pietà vor dem Friedhof und das Gotteshaus, das dem Hl. Vitus geweiht ist. Die Granitplastik der Pietà stammt vom Steinmetzkünstler Mag. Johannes Rindler und stellt die Muttergottes Maria dar, die ihren Sohn nach der Abnahme vom Kreuz auf ihrem Schoß hält. Diese ausdrucksstarke Figur fügt sich gut ein in das Ensemble des geweihten Bodens - der Kirche und des Friedhofes, auf dem viele Menschen ihre Sorgen im Geheimnis des Glaubens unserem Vater im Himmel anvertrauen und Hoffnung schöpfen. Gleichzeitig symbolisiert diese Pietà die Erschaffung des Menschen und das Ringen um Frieden in der Welt, das durch den Beitrag des christlichen Glaubens und der Religionen überhaupt Kraft und Nachhaltigkeit gewinnt.

 Fotos
(Bauphasen, fotografiert von Franz Stehlik)

Fotos
(Einweihung, fotografiert von Franz Stehlik)

Präsentation der Gemeinde Bisamberg zur Eröffnung
 

Um 10.00 Uhr feierten die Gläubigen der Pfarre St. Veit, welche die Orte Flandorf, Hagenbrunn und Klein-Engersdorf vereint, eine Festmesse zum Nationalfeiertag in der Pfarrkirche, zelebriert von P. Andreas. Das Christentum hat unser Land tief geprägt und es zu einer Blüte geführt, die sich in den kirchlichen Feiern in besonderer Weise zeigt. In der Kirche St. Veit, die nach der aufwendigen Renovierung 2006 im neuen Glanz erstrahlt, wird schon über 900 Jahre Gott angebetet und gemeinsam gefeiert. In seiner Predigt lud P. Andreas alle ein, Gott für die Freiheit Österreichs, den erfolgreichen Aufbau des Landes zu danken und um Gottes Schutz und Hilfe zu bitten: "Ich wünsche allen, die diese Heilige Straße gehen, egal welchen weltanschaulichen oder religiösen Hintergrund sie haben, die Fragen in ihr Herz zu lassen: Woher kommst du? Wohin gehst du? Welchen Sinn hat dein Leben?"

Der Klein-Engersdorfer Kirchenweg "Via Sacra" und der Hagenbrunner "My Way" verbinden die beiden Dörfer Klein-Engersdorf und Hagenbrunn. Die neue "Via Sacra" zeigt als Ergänzung zum "My Way", wie das Zusammenwirken von Menschen unterschiedlicher Herkunft Kultur und Zivilisation schafft. Der Knotenpunkt ist die Kirche St. Veit. Seine geschlungene Form symbolisiert die Entwicklung der Welt und der Menschheit.

Die Stationen des Weges sind für Interpretationen bewusst offen gehalten: Sie können religiös interpretiert werden als Beschreibung der Schöpfung mit dem Ziel der Gottesverehrung in der Kirche, dem siebten Tag, der Vollendung in der Gemeinschaft mit Gott. Er schenkt den Gottesdienstbesuchern und den Besuchern des Friedhofs eine Einstimmung und lässt gerade in der schönen Landschaft zur Ruhe und zum inneren Frieden finden. Der neugeschaffene Weg kann aber auch an die naturwissenschaftliche Erklärung der Entwicklung des Lebens, die Evolution erinnern. Die Evolution steht nicht im Widerspruch zum Glauben, weil sie keine Aussage über den Ursprung des Lebens gibt, sondern eine Theorie zur Beschreibung der Entwicklung des Menschen, der Pflanzen- und Tierarten darstellt. So lädt der Weg Kulturinteressierte, Wanderer und Sportler zur Besinnung ein, auch wenn sie keinen religiösen Bezug haben.

Das friedliche Zusammenleben ist uns etwas Heiliges. „Via Sacra“ („Heiliger Weg“) - es ist ein Weg, der oft nicht gerade ist, sondern von Umwegen, überwundenen Widerständen und Stolpersteinen gekennzeichnet ist. Frieden stiften ist Aufgabe aller. In der modernen Welt des Zusammenrückens der Zivilisationen und Kulturen soll deshalb die friedensstiftende Rolle der Religionen nicht außer Acht gelassen werden.

 

Fotos (Franz Stehlik)